

Eine kleine Kulturgeschichte
Vor langer, langer Zeit, könnte es hier heißen und
eine Woche Urlaub wäre nötig um den dann
folgenden Text komplett zu lesen.
Daher finden Sie hier eine sehr komprimierte
und auf´s wesentliche beschränkte Version der
Geschichte dieser Region, von Immenstadt bis
Weitnau und von Waltenhofen bis Missen.
Vor vielen Millionen Jahren flossen aus den
wachsenden Uralpen reißende Flüsse in die
davorliegenden sogenannten Molassebecken und befüllten diese mit Unmengen von Schutt, Schlamm, Kiesel und Geröll. Nach wiederholtem Absenken und Wiederbefüllen verfestigte sich diese Gesteinsmasse und auch hier setzte die Alpenfaltung ein. Der Hauchenberg ist eine solche Falte.
So entstand das „Nagelfluh- Gestein“ und die Nagelfluhberge.
Die wundervolle Gegend rund um den Hauchenberg liegt auf dieser mehre tausend Meter dicken Konglomeratschicht.
Den Feinschliff bekam diese Landschaft durch die verschiedenen Eiszeiten. Die letzte endete vor ca. 10.000 Jahren.
Dicke Eismassen lagen damals in den Tälern und formten das Illertal und das gesamte Oberallgäu. Vom Hauchenberg ragten nur die oberen Bereiche aus dem Eis der Gletscher. Wie Inseln im Meer haben damals wohl unsere Berge aus dem Eismeer geragt.
Auch der Niedersonthofener See ist ein Überbleibsel der letzten Eiszeit, geschaffen vom Todeis eines schmelzenden Gletschers.
So kann man sich gut vorstellen, dass im Allgäu bis zu jener Zeit menschliches Leben nur schwer möglich war.
Es wird vermutet, dass das Land um den Hauchenberg seit vielleicht 2000 bis 1000 v. Chr. erst fest besiedelt wurde. Durch die sehr starke Humusbildung der damaligen dichten Urwälder, ist es für die Archeologie unheimlich schwer menschliche Siedlungen nachzuweisen.
Von verschiedenen keltischen Siedlungen wird ausgegangen. So soll etwa um 500 v. Chr. auf der Ettliser Höhe am Stoffelberg eine keltische Höhensiedlung gestanden haben. Die Menschen lebten damals vor allem vom Ackerbau und der Viehzucht. Sie ließen sich bevorzugt auf Anhöhen und Hügeln in der Nähe von Gewässern nieder. So war der Verzehr von frischem Fisch möglich. So mancher Hügel wurde als Kultstätte genutzt, um den Göttern zu huldigen.
Auch die Römer waren mehr oder weniger in der Gegend. In dem heutigen Weiler Hof könnte ein römischer Burgus gestanden haben. Gefundene Mauerreste und Münzfunde in umliegenden Feldern sprechen dafür.
Die Römer wurden im dritten Jahrhundert nach Chr. von den Alemannen vertrieben. Diese besiedelten vorzugsweise Flächen, welche etwas höher lagen, außerhalb der Feuchtgebiete. Sie bauten Holzbauernhäuser und versuchten sich in bäuerlichen Familienbetrieben selbst zu versorgen.
Die Ortschaften um den Hauchenberg weisen eine lange und bewegte Geschichte auf. Viel Leid hat im Mittelalter den Menschen das Leben schwer gemacht. Immer wieder blutige Auseinandersetzungen, Seuchen wie die Pest und durch klimabedingte Ernteausfälle verursachte Hungersnöte waren ständige Begleiter durch diese Zeit.
Die Bauern betrieben Ackerbau und Viehzucht und auch der Anbau von Flachs zur Herstellung von Leinen war sehr verbreitet. Erst als die Baumwolle eingeführt wurde starb die Leinenherstellung aus und die Bauern mussten sich ein weiteres mal umstellen.
Ab dem 19. Jahrhundert wurde Milchverarbeitung gewerblich betrieben. Gekäst wurde schon lange bevor, aber mehr zur Selbstversorgung. Eine wichtige Person in diesem Teil der Geschichte war sicher Karl Hirnbein aus Wilhams. Er führte die Weichkäserei ein. Die Grundsteine für unsere heutige Landwirtschaftsform waren gelegt.
Im 17. Jahrhundert begann die Vereinödung. Bauernhöfe deren Felder und Weiden an unterschiedlichen Stellen in weiterer Entfernung zum Hof lagen, wurden abgetragen. Die Grundstücke der Bauern wurden zu großen zusammenhängenden Flächen verbunden und dort der Hof wieder aufgebaut.
So sparten sich die Bauern lange Wegstrecken in Kauf nehmen zu müssen und konnten ihr Land viel leichter bewirtschaften.
Aus diesem Grund gibt es bei uns so viele einzeln stehende Bauernhöfe, so genannte Einödhöfe.